Inspiration: Kolumne

EIGEN-ARTIG & GLEICH-GÜLTIG

Ich erlaube mir, wie so oft, ein paar Wörter zu „zerpflücken“ und ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen – sonst wäre es ja nicht ich – heute einmal „eigenartig“ und „gleichgültig“. Manche Menschen empfinden wir als eigenartig, andere sind uns gleichgültig. Dies heißt in beiden Fällen meist nichts wirklich Positives. Die einen sind komisch und die anderen sind uns „wurscht“.

EIGEN-ARTIG – ja, völlig richtig, jede:r hat seine eigene Art. Gott sei Dank! Erfreulicherweise sind wir nicht alle gleich, sondern jede:r ist eine eigene Persönlichkeit und hat eine absolut individuelle Art und Weise. Vielfalt ist aktuell ganz großgeschrieben und wird überall „gehyped“ – und doch ist sie gewissermaßen in der Gesellschaft nicht immer gerne gesehen und schon gar nicht allerorts akzeptiert. Das Wort „eigenartig“ wird tendenziell in Verbindung gebracht mit komisch, nicht wie ich oder wir, anders als ich oder wir, nicht richtig und vor allem nicht passend (zu mir) – zu uns „normalen“ Menschen. Da braucht es schon ein Stückchen Empathie und eine Portion Wertschätzung, dass wir jedem Menschen die Freiheit schenken, zu denken wie er will – und auch seine Art – seine eigene Art zu haben. Samt Einstellung und Haltung.

GLEICH-GÜLTIG – wirkt spontan etwas harmloser. Menschen sind uns egal, sie sind uns gleichgültig. Auch hier – ja, genau, sie sind gleich gültig. Sie gelten genauso viel wie andere. Eine Daseinsberechtigung hat jede:r – wie auch immer wir unser Dasein gestalten möchten.

Vielleicht wollen wir in diesen kurzen Tagen (bedingt der Jahreszeit) mal kurz darüber nachdenken, warum wir uns oft so sehr mit anderen Menschen beschäftigen. Nämlich mit Menschen, die ihr Leben auf ihre eigene Art und Weise leben (ohne dabei jemanden zu behindern). Bloß, weil wir vielleicht anders leben, weil wir anders denken und uns anders verhalten, sollten wir nicht vergessen, dass jede:r von uns (auch wir!) eigen-artig ist – und ebenso gleich-gültig. Ich erfreue mich an den bunten Blättern in der Natur genauso wie an der bunten Vielfalt an Menschen – mit ihren unterschiedlichen Einstellungen, Haltungen, Meinungen und Werten. Genau das macht das Miteinander doch interessant. Finde ich zumindest. Man kann (bestenfalls voneinander) lernen, wachsen und sich entwickeln. Und in der restlichen Zeit dürfen wir uns um uns selbst kümmern – um unsere eigene Art sozusagen.