Inspiration: Kolumne 

AUS HEITEREM HIMMEL

Der Himmel zeigt sich die letzten Tage und Wochen oft sehr freundlich, wolkenlos, blau und heiter. Der Sommer ist da – zur Freude vieler, zum Ärger mancher (denen die Hitze zu schaffen macht). „Aus heiterem Himmel“ wird oft als Redewendung verwendet – mit Synonymen wie: überraschend, plötzlich, unerwartet, großartig, ungeplant, blitzartig und nichtsahnend.

Oft ist es gut, dass wir nichtsahnend sind und von Dingen, Ereignissen und Situationen überrascht werden. Ich mag zwar Überraschungen nur bedingt, weil ich (leider) eher der planende Kopfmensch bin. Diese Tatsache interessiert das echte Leben allerdings recht wenig. Viele von uns durften schon Erfahrungen damit machen, dass das Leben nicht immer planbar ist und vieles aus heiterem Himmel passiert – ohne, dass wir es beeinflussen können (zumindest nicht direkt). Dabei kann es sich um angenehme, positive Ereignisse, Wendungen und „Überraschungen“ handeln – und natürlich auch ums Gegenteil – Unangenehmes, Negatives, Trauriges. Ich denke, dass beides (positives und negatives) seine Herausforderungen mit sich bringt. Gedanken à la „immer ich“, „schon wieder ich“, „das ist unfair und ungerecht“ lassen zudem Ängste entstehen, was wohl alles noch passieren wird, und man läuft Gefahr, in eine negative Denkspirale zu rutschen (das Leben ist nicht gut zu mir). Für viele Menschen sind auch die schönen Dinge, die im Leben passieren, eine Herausforderung und manchmal auch eine Überforderung. Das „Annehmen können“ von Gutem und die Überlegung „darf ich wirklich so ein Glück haben?“ gehen oft Hand in Hand mit der Suche nach dem berühmten „Haken an der Sache“, der Misstrauen entstehen lässt.

Was auch immer „aus heiterem Himmel“ passiert – es braucht Offenheit, Mut, ein gutes Gespür und ein Zulassen. Ich denke, das Leben wird ein Stück weit für uns gesteuert und gelenkt. Und mir gefällt die Idee, dass dies unsere vielen lieben Menschen im Himmel machen (und ja, hoffentlich sind diese heiter). Unser Einflussbereich ist vorhanden bis zu einem gewissen Grad – und diesen dürfen wir ausschöpfen und dafür Verantwortung übernehmen. „Der Rest“ liegt nicht in unserer Hand – aber (meiner Meinung nach) in anderen (guten) Händen. Und wir dürfen lernen, darauf zu vertrauen, dass das „Richtige“ passiert – auch wenn es sich keinesfalls immer richtig anfühlt. Jedenfalls bleibt uns nichts anderes übrig, als es anzunehmen und bestmöglich (und im Idealfall heiter) damit umzugehen.